Asiatische Küche in Mitte: das Transit und das Cha Cha

Nach der Welle der Vietnamesen angeführt von Monsieur Vuong kommt jetzt eine Welle der „asian fusion cuisine“ – also eine Mélange von diversen asiatischen Küchen – primär thai, indonesisch und vietnamesisch, ergänzt durch europäische Einflüsse (nur so erklärt sich Sushi mit Frischkäse – braucht aber niemand).

Das Styling dieser Fusion-Restaurants ist in der Regel schlicht und minimalistisch, man sitzt auf Bänken, der Küchenbereich ist offen und die Bedienung sieht asiatisch aus, berlinert aber auch gerne mal…

Nachfolgend zwei Vertreter dieser neuen Strömung: das Transit in der Rosenthalerstraße und das Cha Cha in der Friedrichstraße.

Nach der Devise „das Beste kommt zum Schluss“: beginne ich mit dem Cha Cha.

Fangen wir mit dem Positiven an: die Toiletten sind schön gestaltet (allerdings ein wenig dunkel – wahrscheinlich, damit der  Schriftzug „Positive Looking“ auf dem Spiegel besser zu sehen ist), die Blumendeko ist bestenfalls als originell zu bezeichnen (und erinnert in der Auswahl an Bezirksämter).

Das Styling: schlichte Holztische und die unvermeidlichen Bänke (einige Damen mit Röcken bemühten sich vergeblich, sich elegant hinzusetzen), schöne Lampen über den Tischen, Stäbchen und Sojafläschchen in Fischform.

Wobei wir beim Essen sind: als Vorspeise wählten wir eine gemischten Fingerfoodteller (€ 8,90) der war ok (Satespieß mit Erdnusssauce, Frühlingsrolle, einem (!) Krupuk und  – leider Sweet-Chillisauce aus der Flasche, die Sojasauce in den kleinen Fläschchen war bestenfalls mit „egal“ zu bezeichen…).

Als Hauptgang hatte meine charmante Begleitung ganz mutig ein Curry (€ 9,80), das mit einer Chillischote gekennzeichnet war  (dabei outeten wir uns gegenseitig als Weicheier in Sachen Schärfe) ich hatte eine Thai-Reisbandnudel mit Gemüse und Biotofu (€ 7,90). Um es kurz zu machen, das Essen war relativ geschmacksneutral, der Tofu kaum gewürzt und das Curry sah gut aus, war aber auch irgendwie langweilig. Dazu tranken wir einen frischgepressten Möhren-Orangensaft mit seeehr viel Fruchtfleisch und die Möhre schmeckte ein bisschen nach Flasche.

Die Bedienung war freundlich und schnell (allerdings auch nicht sehr gefordert – das Restaurant was eher leer)  – und  – Achtung – nicht asiatisch, sondern farbig. Sehr originell… 😉

Fazit: wer noch nie in Asien war, findet die Küche wahrscheinlich ganz lecker  – allen anderen sei vom Cha Cha abgeraten und hiermit das Transit in der Rosenthalerstraße empfohlen:

Das Transit liegt eher an der ollen Ecke der Rosenthaler Straße nicht direkt am Hackeschen Markt, daher erfreulich wenig Touristen, sondern das übliche Mitte-Agentur-Volk mit Freitagtaschen und der eine oder andere asiatisch ausstehnde Mensch (das ist für mich ja meistens ein gutes Zeichen).

Das Styling: ganz schlichte Einrichtung, schwarze Tische mit schwarzen Bänken, schwarze Servietten, rote Stäbchen (leider aus Plastik), nette Kugellampeninstallation an der Decke- man kann draußen sitzen im hellen Hinterhof, und – na klar – offene Küche und asiatisch aussehende Bedienung.

Den Menü ist üppig, 25 kleine Gerichte  („Each Bowl € 3“ – Mix and match also) und 7 „large Dishes“ für € 7.

Die Weinkarte eher bescheiden, Chardonnay aus Südafrika, Grüner Veltliner und Riesling, einen Zweigelt aus Österreich und einen Shiraz aus Australien und einen Rosé Pinot noir aus Chile  – Fusion also auch auf der Weinkarte.

Dazu gibt es auch „Fresh homemade Drinks“: Mangomilkshake, Minze-Apfel-Gurke mit Ginger Ale, Eistee mit Limette, schwarzer oder grüner Tee mit Milch und Sago, oder Limettensaft mit Mineralwasser.

Ich entschied mich für was Heißes: Limettensaft mit Ingwer und Honig – war jetzt nicht die optimale Getränkewahl zu dem Essen, aber mir war danach!

Es liegen Blöcke auf den Tische, da kreuzt man die ausgewählten Speisen an.

Ich hatte mit für 3 kleine Gerichte entschieden, um einen Eindruck zu bekommen:

Eine „Almost nude“ Rolle (Reispapier mit Salat, Garnelen, Schweinefleisch) mit einer sehr schweren dunklen Sauce – relativ undefinierbar  – aber ganz lecker, schmeckte irgendwie nach Pflaume. Dann eine Ente mit 5 Spices mit einer ähnlichen Sauce und „Crispy Pockets“ (knusprige Frühlingsrolle, nett gefüllt) mit feiner leicht scharfer Limettensauce. Einer der Teller war an 2 Stellen etwas abgesplittert  – das war ein bisschen schade.

Als Nachtisch (und allein das war der Besuch schon wert): Sago in Kokosmilch mit Melone und Crushed Ice – ganz gute Kombi, dazu einen vietnamesischen Espresso (mit süßer Kondensmilch).

Fazit – sehr gut angelegte €17,50, nette Bedienung – ich komme sicherlich wieder, um die anderen 29 Gerichte zu probieren.

Reservierung empfohlen.

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