Feiertage für Flexitarier: ein Rundgang über die eat & STYLE 2014 in Berlin

Kleiner Rundgang über die „Eat & Style 2014“ in der Station in Berlin.

Das fängt ja schon mal gut an, in der Station Berlin: mit einem ein sehr netten und informativen Gespräch mit Try Foods Gründer Jörn Gutowski über seine Probiersets mit je 5 Kostproben von hochwertigen Olivenölen, Schokoladen, Kaffee, Salz und Pfeffer.

Außerdem bietet Jörn das Set „Try Berlin“ mit 5 hochwertigen kulinarischen Produkten aus Berlin: Blutwurst vom Blutwurstritter Markus Benser, Lokum von der Confiserie Orientale, (ein sehr süßes weiches türkisches Konfekt), Berliner Weiße von Brewbaker (die Berliner Weiße wurde gerade von Slowfood in die Slow Food Arche des guten Geschmacks aufgenommen), Lindenhonig von der Imkerei Kohfink und eine Gourmetsauce vom Saucenfritz.

Die Sets (mit je einem sehr informativen kleinen Booklet) kosten zwischen € 17,90 (Salz) und € 19, das Berlin-Set kostet € 27,90.

http://www.tryfoods.de

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Der Besuch des nächste Standes war erstes kleines Highlight auf der eat & STYLE: ein kleines unscheinbares Werkzeug, um Gemüse schick zu machen – und die Performance war sehr großartig und erinnerte mich an die Gemüsereibenverkäufer auf den Wochenmärkten, die in sekundenschnelle große Mengen Gemüse in Streifen und Scheiben hobelten (bei uns zu Hause gab es natürlich auch so eine Reibe – wir nannten sie „Mörderreibe“, weil sie so unglaublich scharf war, dass bei unsachgemäßer Benutzung schnell Blut floss).

Wir reden hier aber nicht von einer schnöden Reibe, sondern einem Schäler, mit dessen Hilfe man aus Kartoffeln, Zucchini oder Möhren wunderschöne Spiralen schnitzen kann. Und die ausgehöhlten Gemüsestücke kann man dann wiederum füllen und die ergeben, dann in Scheiben geschnitten, z.B. sehr hübsche Gemüsesushi. Zau-ber-haft!

Das Spiraldings gibt es unter anderem bei ebay (Spiralschneider): € 4,50

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Bei Bosfood gab es ein neues Produkt – das Fatpad – es handelt sich um ein Vlies aus 100% reinem Polypropylen, es entzieht z.B. Brühen, Suppen und Saucen das Fett (Degraissieren). Man erspart sich damit mühevolles Entfetten durch Erkalten der Flüssigkeiten oder Dekantieren.

Auch Frittiertem soll so schnell das Oberflächenfett entzogen werden – einfach das Schnitzel oder den Reibekuchen auf ein Pad legen…und – „it’s magic“ (das ist der Claim vom Fatpad) – taadaahhh: das überschüssige Fett wird aufgesogen, der Geschmack bleibt.

Mag sein, dass die Profiköche dieses Vliess brauchen – ich finde, in Zeiten von Müllvermeidung muss ich kein Polypropylenvlies in meiner Küche benutzen. Und ich las im Tagesspiegel vom Sonntag, dass Michael Kempf im Facil auch noch „Küchenkrepp“ benutzt.

Fatpad bei Bosfood ab € 5,90 für 12 Stück (gibt’s auch von der Rolle für Vielfrittierer).

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Trüffelfreunde kamen beim Schmelzwerk bei Markus Herbicht auf ihre Kosten: es gab Hirschbratwurst mit Hokkaidokürbispüree, Nussgeröstl, Wildkräutersalat und Trüffel – dazu hat Sommeliere Helen Mol einen hervorragenden Wein ausgesucht: INK White von Friedrich Becker Jun. (Grauburgunder, Weißburgunder, Riesling und Goldmuskateller),

Sehr fein!

 

INK White, ca. € 12,90

www.villa-hoechst.de

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Apropos Trüffel  – bei Bosfood gab es übrigens Trüffel auf Sahne-Linguini, die wir zusammen mit einem netten kurzen aber dennoch sehr inforativemTrüffelvortrag von Ralf Bos genießen durften.

 

Für die Theorie:

Das Trüffelbuch: Ralf Bos und Thomas Ruhl „Trüffel und andere Edelpilze“

€ 69,00

Für die Praxis:

Frische Trüffel, ab € 0,13 pro Gramm (Preise sind witterungsabhängig)

http://www.bosfood.de

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Jetzt fehlte noch ein netter Kräuterlikör – und den fanden wir bei Gabriel Grote von der Grote Spirituosenmanufaktur aus Berlin: Pijökel55

Großartiger Name, großartiger Likör!

Feiner, leicht scharfer (Ingwer und Galgant) Kräuterlikör – auch was für Leute, die keinen Kräuterlikör mögen – ich zum Beispiel.

Die Geschichte zum ungewöhnlichen Namen:

Ein Wurzelstück wird vom Apotheker Kuno Grote und seinen Freunden 1955 gefunden – und seitdem verehrt – Pijökel heißt auf bremerisch „kleines Dings“ (oder so ähnlich)– es treffen sich jährlich die „Pijökelbewahrer“ und bewundern die Wurzel…

Der feine Kräuterlikör  hat 45% Alkohol, einen Zuckeranteil von 100 Gramm pro Liter und besteht aus Zimt, Mandeln, Nelken, Vanille, Galgant, Ingwer und Rohrzucker.

 

Pijökel55

o,5 ml 27€

http://www.pijoekel.de

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Das war bis jetzt alles sehr schön – und was jetzt kam, hat meiner charmanten Begleitung und mir den Nachmittag nur deshalb nicht verdorben, weil wir erwachsen sind und daher über einigen Dingen stehen können:

ein Macaronbackkurs „Macaron mit Caramel und Balsamico“ mit „Andrea Schirmaier-Huber.

Das Setting: Konditoren-Weltmeisterin Andrea Schirmaier-Huber steht in der „Miele-Backstube“ und veranstaltet ein echtes Patisserie-Bootcamp – nichts für sensible Backnovizen!

Mann, Frau Schirmaier-Huber, wir wollten doch nur ein bisschen Spaß haben und was über Macarons lernen, um dieses Jahr mit unserem Weihnachtskeksteller ein bisschen anzugeben!

Stattdessen stand also Colonel Schirrmaier-Huber vorne und gab Anweisungen in einer Art, die Marines bei der US Army nicht anders erleben.

Ok, einige von uns haben nicht ganz genau zugehört und die Mandeln statt mit dem Eiweiß mit der Meringue vermischt – und die Öffnung der Dressierbeutel für die Ganache (Schokocreme aus Sahne, Kuvertüre und Butter) geriet uns etwas zu groß – aber das ist kein Grund, die Teilnehmer arrogant und von oben herab zu behandeln, wenn es witzig gemeint war (was ich vermute), dann fehlt mir für diesen Humor wahrscheinlich einfach der Sinn.

Hier unser Learning:

I. Um festzustellen, ob der flüssige Zucker für die Macaronmasse die erforderlichen 115 Grad hat, muss man einfach beim Aufkochen des Zuckers eine Drahtschlinge in die Flüssigkeit tauchen – wenn man Zuckerseifenblasen machen kann, ist die Temperatur erreicht.

II: Die auf das Backpapier gespritzten Macarons müssen eine halbe Stunde ruhen, bis sie gebacken werden (bis sich eine kleine feste Haut auf der Oberfläche gebildet hat).

III. Wenn die Macarons im Ofen sind, nicht immer den Ofen aufmachen, um zu gucken, ob sie fertig sind, sondern Fenster im Ofen nutzen, „dazu ist das Fenster nämlich da“ (Zitat vom Colonel).

IV. Auf keinen Fall mehr irgendwo einen Backkurs mit Frau Schirmaier-Huber machen!

 

Und die Macarons?

Wir haben helle Mandelmacarons gemacht, gefüllt mit einer Ganache, einer Himbeere und Balsamicogelee.

Die waren ok, sahen aus, wie ein kleiner Burger, und irgendwie war mir da zuviel los im Mund: Mandelbaiser und Frucht und Schoko und Gelee.

Die Macaronplätzchen selber waren hingegen sehr lecker. Leider haben wir kein Rezept bekommen – aber ich habe ein gutes und nachvollziehbares Tutorial (mit Rezept) bei Aurélie Bastian auf http://www.franzoesischkochen.de gefunden.

 

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Fazit: die Eat & STYLE bot das eine oder andere neue Küchengadget und ein paar neue Produkte – sehr kurzweilig alles in allem!

Und vielen Dank an Cathrin Brandes von Tidbits für den informativen Bloggerrundgang!

 

Nicht gekauft habe ich übrigens eine Menge:

– eine neue Reibe von Microplane (ich habe schon 3), das Wunderspiraldings für Gemüsespiralen (ich fürchte, es wird das selbe Schicksal, wie der Julienneschneider ereilen – nämlich nicht benutzt zu werden)

– das Fatpad (ich bleibe beim Küchenpapier, auch mit dem Müllgedanken im Kopf),

– eine Kitchenaid (ich habe eine 25 Jahre alte Bosch Küchenmaschine, die schafft vielleicht noch 25 Jahre),

– Messer aus vietnamesischen Bergdörfern (Messer habe ich auch schon, sogar eins aus mutmaßlich thailändischen Bergdörfern)

– und Wein im Plastiksack von oneglass (auch wenn die Verpackung zu 100% biologisch abbaubar ist und die Folie den Geschmack nicht verändert – bevorzuge ich doch Wein aus Glasflaschen, sollte mal ein Rest übrig bleiben, mache ich daraus einfach Essig)

– Keksmischungen in der Flasche von Mozzer’s finest für € 11,50 für 30 kleine Kekse (Kekse backe ich selber  –  ist aber eine nette Geschenkidee für backfreudige Menschen mit wenig Zeit, denn man muss nur Eier und Butter zugeben und in jedem Fall bessr als die fiesen Fertigteige aus dem Supermarktregal)

– die bunten neuen Limonaden in den schönen Flaschen von Sanssouci in den Sorten Chardonnay, Pink Pomelo, Orange und Zitrone (die gibt’s bald in Hotels und in der gehobenen Gastronomie).

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Gekauft habe ich nur eins eine Flasche vom köstlichen Vermuth rosé von BELSAZAR, einfach weil er großartig schmeckt – und ich den Ärger über das Patisserie-Bootcamp damit schnell vergessen konnte.

Foto

Cheers!

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2 Gedanken zu “Feiertage für Flexitarier: ein Rundgang über die eat & STYLE 2014 in Berlin

  1. Liebe Nicole, ich war gestern mit mehreren anderen Bloggern auf der eat&style Stuttgart und haben im Macaronkurs mit Frau Andrea Schirmaier-Huber ähnliches erlebt. Wir wurden ebenso von oben herab behandelt, sie hat uns wir Grundschulkinder vor dem Publikum vorführen wollen („He, ihr da vorne, wie sieht denn das aus? Ja, dich da vorne meine ich“) und als wir lachten und meinten „Uns gefällt es“ (ich hatte noch die wage Hoffnung, dass es als Witz gemeint war), beschimpfte sie uns vor allen („Das mag vielleicht für eure Provinzküche reichen, aber in meiner Backschule wäre das Ausschuss“). Die anderen Blogger und ich sind schwer schockiert, dass ein Unternehmen wie Miele ein solches Benehmen auf ihrer Bühne dulden. Ich werde dieses Erlebnis auch auf meinem Blog schildern und bei Miele melden, einfach ärgerlich, wenn ein schöner Messetag von so etwas getrübt wird.

    Ansonsten: Schöner Bericht von der Messe, vielen Dank! Hätte ich ihn doch nur früher gelesen 🙂

    Liebe Grüße
    Julia von Kochlie.be

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    1. Hallo Julia, ja- die „Konditorenweltmeisterin“ täte gut daran, an einem Kommunikationsseminar teilzunehmen.
      Ich habe an Miele geschrieben- noch keine Rückmeldung…
      Lieben Gruß aus Berlin!
      Und: Happy New Year!
      Nicole

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