Kochbuch-Tipp: „The Bread Exchange“ von Malin Elmlid – everything is not for sale – und ein Rezept!

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Food Sharing ist ja in aller Munde – wird als ein neuer Trend postuliert- dabei begann mit dem Tauschgeschäft der Handel der Menschen untereinander.

Ware gegen Ware: Beeren gegen Fisch, später dann Dienstleistung gegen Dienstleistung: Pferd beschlagen gegen Stoff für die Hose.

Und genau das macht die in Berlin lebende Schwedin Malin Elmlid – sie tauscht: nämlich ihr sensationelles Sauerteigbrot gegen so ziemlich alles – und hat jetzt ein Buch darüber geschrieben. Es ist ein Reisetagebuch, Kochbuch – und ein Buch über Freundschaft…also perfekt für Weihnachten!

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Im Vorwort zu ihrem Buch schreibt sie:

„Tell me a story, that moves me.

show me something I have never seen before.

Teach me something, I don’t know.

Bring whatever you do that you are proud of.

Share with me.

And I will share my bread with you.“

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Das ganze Projekt begann Ende 2009, Malin war unzufrieden mit dem Weißbrot, das man bei den kaufen konnte und so begann ihr kleines Bread Exchange Projekt – sie experimentierte mit Sauerteig, und hatte bald so viele Brote, dass sie begann, diese an Freunde zu verschenken.

Bis ein Freund ihr etwas dafür im Austausch gab – der Bread Exchange-Blog war geboren.

Seit dem reist Malin mit ihrem Sauerteig im Handgepäck, und backt ihr Brot und tauscht (inzwischen hat sie rund 1400 Brote getauscht) – wo immer sie ist (und sie ist sehr viel unterwegs), mit dem Mehl und dem Salz, das sie vor Ort findet. Zuhause in Berlin backt sie mit dem großartigen Mehl von der Kunstmühle in München.

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Und – yep! – ich durfte auch schon mit ihr tauschen (ich tauschte mit ihr meine Mango-Kokosmilch-Chili-Marmelade)!

Bei unserem netten Gespräch in ihrer Küche erzählte sie mir, dass in Schweden der Sauerteig eine Kulturinstitution ist – viele backen ihre Sauerteigbrote selber  – und: was macht man mit dem wertvollen Sauerteig, wenn man in den Urlaub fährt? Der Sauerteig muss nämlich immer schön gepflegt werden, damit er aktiv bleibt.

Lösung: ein Sauerteighotel – z.B. in Stockholm. Dort im ‚Urban Deli’ gibt man seinen Sauerteig ab und für 33 (DREIUNDDEISSIG!) EUR pro Woche (!!!) kümmert man sich dann im Deli um das gute Stück und füttert ihn (das kapriziöse Ding möchte regelmäßig Mehl und Wasser, damit die Milchsäurebakterien weiterleben…).

Wäre das eine Marktlücke in Berlin – ein Sauerteighotel? Wie fühlt er sich am wohlsten – im Ivar-Regal von Ikea, in Designklassikern von Eames, oder schlichtes USM? Landhaus, Bauhaus, Townhouse? Groß muss das Sauerteig-Hotel ja nicht sein…vielleicht eine Marktlücke? The next big Thing? Ich denke mal drüber nach…eine Kundin hätte ich dann ja schon.

Und das Brot?  Das ist eine echte Sensation – ich erinnere mich nicht, dass ich jemals vorher so ein gutes Brot aß, außen eine dunkle und knusprige Kruste, innen weich, aromatisch, großporig, die perfekte Menge Salz (Malin nimmt am liebsten handgeschöpftes Salz aus Island)…es schmeckt auch noch am nächsten (und vermutlich auch noch am übernächsten Tag – mein Brot war dann allerdings schon aufgegessen)  – ein frisch gebackenes Brot schmeckt ja fast immer.

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Malin wird daher auch oft gefragt, ob sie ihr Brot kommerziell backen möchte…möchte sie nicht – zumal der Teig regelmäßig gefaltet und geknetet werden muss, manchmal stellt sie sich sogar nachts den Wecker „das kann keiner bezahlen“ – daher gilt: „everything is not for sale…“.

Nun hat Malin ein Buch über einige ihrer Tauschgeschäfte geschrieben, es ist ein sehr persönliches Buch mit eigenen Bildern und den Menschen und Geschichten, die sie bei ihrem Bread Exchange kennengelernt hat im Sinai, Kabul, Warschau, New York City, Stockholm. Berlin, Kalifornien, San Francisco – und dazu 40 Rezepte, Gerichte, die sie im Austausch mit ihrem Brot bekommen hat.

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Das Buch ist in allen Details so, wie sie es wollte (der Schnitt – dunkelgrau – in der Farbe ihres großartigen Brotes mit Kohle: Blackdough).

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Das Lesebändchen in – leuchtendem Gelb – in der Farbe des bananengelben Skianzuges von Roger Moore aus „Der Spon, der mich liebte“.

Meine persönlichen Sauerteigerfahrungen sind eher unbedeutend und egal, das Ergebnis sah aus wie Brot, schmeckte aber nicht besonders. Ich denke, ich werde mich an den Sauerteig noch mal heranwagen – und mein persönliches Sauerteigprojekt 2015 starten, denn im Kochbuch gibt es auch Malins Sauerteigstarter (und: falls jemand fragt: nein, den Sauerteig selber tauscht sie nicht…).

Bei den Rezepten sind so gängige (aber geniale) dabei, wie z.B. Burger (NYC), Feigenconfit, (Berlin), Belgische Waffeln oder Haselnuss-Schokocreme aus Liège, Blutorangen-Curd mit Rosmarin (Bayern), aber auch Sauerbrotsuppe aus Warschau, veganes Bananabread aus Californien, Flußkrebsquiche aus Schweden – und mein Favorit: Maple roasted Pumpkin-Salat aus New York.

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Wer auch mal mit Malin tauschen möchte – auf ihrer Facebookseite thebreadexchange kündigt sie an, wenn sie Brot zum Tauschen hat (und auf welchem Kontinent) – und hier der sehr lesenswerte Blog: www.thebreadexchange.com

Malin Elmlid: The Bread Exchange, Tales and Recipes from my Journey of Baking and Bartering

Chronicle Books, € 24,95, 240 Seiten

In Berlin gibt es das Buch bei Goldhahn und Sampson im Prenzlauer Berg (und auch noch diverse andere großartige Back – und Kochbücher, Kochutensilien, Olivenöle, Salze, Schokoladen…).

Hier noch als Goodie, der MAPLE ROASTED PUMPKIN SALAD, der es sofort in meine „heavy rotation“, rezeptemäßig,  geschafft hat, denn er ist einfach nur zu gut – also: lucky you – hier ist die perfekte schnelle Vorspeise für eurer Weihnachts- oder Silvestermenü (oder für das Buffet):

MAPLE ROASTED PUMPKIN SALAD

4 Personen

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

  • 570 Gramm Kürbis in kleine Würfel geschnitten (ich habe Hokkaido genommen)
  • 60 ml Ahornsirup
  • ¼ Teelöffel Korianderpulver
  • Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer

Knoblauch-Joghurt-Sauce:

  • 2 mittelgroße Knoblauchzehen
  • 480 gr. Ziegen-oder Schafjogurt (Kuhmilchjoghurt geht natürlich auch)
  • Meersalz
  • 1 EL Rotweinessig
  • geröstete Sonnenblumenkerne (auch gut: Pinienkerne, leicht angeröstet)
  • Haselnuss oder Walnussöl
  • Dünn geschnittene violette Karotten, zum Dekorieren

Ich habe noch eine gute Portion frisches Koriander am Schluss drüber gegeben (2-3 EL – je nach Geschmack), etwas Limettensaft und kleine Gurkenwürfel (halbe Schlangengurke, oder 2-3 Minigurken).

  1. Ofen vorheizen
  2. Kürbiswürfel (1,5×1,5 cm) in eine Auflaufform geben, mit dem Ahornsirup beträufeln, Korianderpulver drüber geben, salzen und pfeffern.
  3. 12-17 min. im Ofen rösten, bis der Kürbis al dente ist
  4. Knoblauch längs aufschneiden, grünen Kern (wenn vorhanden) herausschneiden, sehr fein würfeln. Den Joghurt mit dem Knoblauch mischen – 10 min ruhen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Essig nach Geschmack würzen.
  5. Die Sonnenblumenkerne mit etwas Nussöl mischen, auf dem Kürbis verteilen, den Joghurt darüber geben, mit Karottenscheiben garnieren, Korianderblätter mit der Hand klein gezupft darüber geben.

Tipp: warm servieren!

Ein tolles Herbst- und Winterrezept, mit doppelter Menge auch als vegetarischer Hauptgang großartig!

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