Ein Hauch von Brooklyn in Berlin: House of Small Wonder

„Die prachtvollsten Blumen blühen im Verborgenen“

Dieses japanische Sprichwort trifft ziemlich genau auf eine tolle neue kulinarische – und optische Entdeckung zu!

Es gibt ja Ecken in Berlin, die sind für mich irgendwie „no go areas“: der Breitscheidplatz mit Europacenter (neuerdings allerdings wieder attraktiver geworden durch das Bikini), das Sonycenter (hier gehe ich nur wegen der Filme in OV), der Alexanderplatz, der Hackesche Markt – und die Gegend um den Friedrichstadtpalast…Aber jetzt gibt es einen Grund, in die nördliche Friedrichstraße zu fahren: ein wirklich netter Ort, COZY trifft es am ehesten: DAS HOUSE OF SMALL WONDER.

Es liegt etwas versteckt im ersten Stock eines neuen Bürokomplexes von Rocket Internet in der Johannisstraße.

Und, um mal das abgedroschene Zitat zu benutzen, das ist auch gut so – denn so steht es noch nicht im Marco Polo  – und die Touristen gehen dran vorbei. Denn: man muss schon hinwollen und ein bisschen suchen.

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Rechts neben dem Eingang zum Samwer-Imperium, hinter dem Bereich der Mülltonnen, findet sich die automatische Tür zwischen einem kleinen Schild und dem Löschwasserzugang der Feuerwehr.

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Aber dann, wenn man im Vorraum steht,  betritt man eine Parallelwelt: originelle Paletteninstallation mit Werkzeugen und anderen Dingen, Blumenampeln (Macramé – die Älteren erinnern sich…), nette Musik.

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Oben im eigentlichen Restaurant fühlt man sich ein bisschen wie im alten Tokio: Vogelkäfige aus Holz, Blumenampeln, Kaninchengitter…

Das (künstliche) Oberlicht bringt ein bisschen Sonne in den trüben Berliner Wintertag. Gestaltet wurde das Café von den Besitzern – der Japanerin Motoko Watanabe und ihrem amerikanischen Mann Shaun Margulies nach dem Vorbild des 1. „House of Small Wonder“ in Brooklyn, NY, das 2010 von ihnen eröffnet wurde.

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Die Möblierung ist eine charmante Mischung aus Shabby Chic, Flohmarkt und DIY.

Man kann entweder an kleinen Tischen sitzen, oder an langen Stehtischen mit einer Bank davor. Hier kommt man aber offensichtlich nur elegant drauf und wieder runter, wenn man sehr gelenkig ist und lange Beine hat – alle anderen müssen den Nachbarn bitten, aufzustehen, wenn man selber aufstehen möchte…

Auf den Fensterbänken findet sich ein lustiges Allerlei eine originelle Mischung von Pflanzen in unterschiedlichen Töpfen und Wachstumsstadien (gerne auch mal verblüht und ungegossen), alte Holz-Schubladen bepflanzt, verwachsenen Palmen…

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Das Publikum ist eindeutig geprägt von der Nähe zu den diversen Internetbuden von Rocket Internet  (das ist natürlich ein echter Frequenzbringer, Mitarbeiter bekommen 25 % Rabatt)- und gestern auch von den Besuchern der Fashion Week. Tatsächlich war das Restaurant um 12.oo Uhr sehr voll, Reservierungen werden nicht angenommen, mein Reservierungswunsch per mail wurde freundlich von Motoko (in englisch) abgelehnt, verbunden mit der Info, dass es vor halb 12 eher leer sei…

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Die Küche ist ein gelungener Mix aus klassischer japanischer und europäische Küche: es gibt z.B. Udon-Nudeln mit Spiegelei und Gemüse, Fleischbällchen auf Reis klassisches japanisches Frühstück mit Onigiri-Bällchen und Misosuppe, aber auch Croque Madame, Granola-Maple-Topping auf griechischem Joghurt oder French Toast.

Es gibt eine hausgemachte (natürlich!) Zitronen-Minz-Limonade  – heiß oder kalt (ich hatte die warme Version und die war köstlich) und ansonsten bietet die Getränkekarte von Macha bis caffe latte alles – also east meets west im besten Sinne! Alkoholisches gibt es nicht.

Anfangs gab es die Karte übrigens nur auf englisch, jetzt gibt es jetzt sie auch auf deutsch.

Die Getränke kommen schnell, das Essen auch, leider nicht immer warm: meine Tsukune Don – japanische Fleischbällchen auf Sushireis mit süßer Yakitorisauce – waren perfekt, die Udon-Nudeln meiner charmanten Begleitung leider eher lauwarm).

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Die Preise sind angemessen: Lunch € 10, Brunch: € 6-9, Sandwiches 7-9 €, die Portionen normal groß.

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Der Service ist schnell,  japanisch-höflich und sehr freundlich, wer englisch spricht, hat es hier etwas leichter.

Und: man darf sich freuen, Motoko und Shaun eröffnen demnächst noch ein Izakaya (eine Art japanische Tapas-Bar) – „Zenkichi“ soll es heißen, wie das gleichnamige Schwesterrestaurant in New York.

Fazit: eine tolle neue Entdeckung, die einen (und auch mehrere Besuche wert ist).

House of Small Wonder

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag 9-17 Uhr
Samstag + Sonntag 10-16 Uhr

Nur Barzahlung!

Johannisstraße 20

https://www.facebook.com/houseofsmallwonderberlin

Tel.030 27582877

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