10 kulinarische Entdeckungen von der Next Organic Berlin 2015

Um eine Messe entspannt zu überstehen, gibt es eine wichtige Regel: bequeme Schuhe. Um eine Food-Messe entspannt zu überstehen, gibt es eine zusätzliche Regel: kein üppiges Frühstück vorher!

Nach der letzten vielversprechenden „Biomesse und Trendshow“ , kommt hier ein kleiner Rückblick auf die diesjährige Next Organic Berlin, die am 10. Mai 2015 im Flughafen Tempelhof statt fand.

Parallel dazu gab es im ehemaligen Flughafenrestaurant noch eine kleine Konferenz mit 3 Paneldiskussionen des „Food Entrepreneurs Club“ (die Zusammenfassung gibt es HIER).

Hier sind meine 10 kulinarischen Entdeckungen der Biomesse und Trendshow „Next Organic Berlin 2015“ im Flughafen Tempelhof:

#1. Smoothies

Gefühlt gab es an jedem 3. Stand Smoothies: frisch aus dem Blender, mit Weizengras und ohne, mit Spirulina, Chia, Gojibeeren oder mit Baobab, als Pulver zum Selbermischen oder eben fertig gemischt in der Flasche – SUPERFOOD!!!

Your Superfoods

Bei YOUR SUPERFOODS gab es in hübschen schlichten Boxen verschieden Pulver mit diversen Inhaltsstoffen: z.B. den Super Green Mix mit  Spirulina (Protein aus Algen), Chlorella (Chlorophyll), Weizengras (Pflanzenprotein) und Gerstengras sowie Camu Camu (Vitamin C), der wurde mit Banane, Apfelsaft und Romanesco frisch im Blender gemixt – und schmeckte…sehr grün und gesund – aber soweit ganz lecker.

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Und man kann sich online aus 22 pulverisierten „Gesundheitsboostern“ seinen ganz individuellen Superfood-Mix via Customizer „Mix your Superfood“ selber mischen und mit dem eigenen Namen versehen lassen.

Convenience PowerBoosting hat seinen Preis: der Super Green Mix (150gr.= 15 Portionen) kostet € 19,50.

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Bei FREUNDSAFT aus Freiburg gab es 5 verschiedene kaltgepresste fertige Säfte, die durch ein spezielles Verfahren (HPP: High Pressure Processing) 28 Tagen frisch bleiben.

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Ich habe alle 5 Saftsorten probiert, der rote Saft mit Karotte, Rote Beete-Ingwer-Karotte-Zitrone war sehr rotebeetig, wenn ihr wisst, was ich meine.

Der Möhre-Ingwer-Orange-Saft war eher unspektakulär, Apfel-Ananas-Minze-Limette irgendwie auch, der grüne Saft mit Apfel-Spinat-Zitrone-Petersilie-Gurke-Sellerie schmeckte seeehr grün, aber der hellgrüne Saft mit Apfel, Kiwi, Ingwer, Petersilie und Sellerie war fein.

Für alle Säfte gilt: die schmecken nur gekühlt!

Moringa Smoothie
Moringa Smoothie

Am Stand  von „The Essence of Afrika“ gibt es ebenfalls Smoothie-Pulver: AFYA (Moringa und Hibiskus) oder AMKA (Moringa und Matcha) oder AKILI (Baobab mit Mango und Ananas).

Ich habe AKILI probiert – es wurde im Blender mit diversen Früchten gemischt – und schmeckte dicht und sehr gesund!

Der 100 gr. Beutel kostet € 11,90.

Außerdem gibt es im Onlineshop noch jede Menge Moringa-Derivate: Kapseln, Pulver, Samen, Blütentee, außerdem Baobabpulver und Hibiskuspulver pur.

www.theessenceofafrica.com

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Alte Bekannte sind die Sojashakes von HARVEST MOON“, die es schon seit letztem Sommer in den Bioläden und auch bei REWE im Kühlregal gibt.

Die Soyashakes schmecken komisch süß und getreidig, der mit Kakao Banane und Vanille z.B. wie ein süßer Kakao mit Banane. Der „Green Juice“ war ganz lecker aber nicht spektakulär.

Eine Flasche mit 300 ml kosten zwischen € 1,99 (Soja Shakes) und € 3,29 (Säfte). www.harvestmoondrinks.de

Ich persönlich finde, dass diese fertigen Smoothies und Smoothiepulver entbehrlich sind. Man könnte Smoothies selber machen (hier ist ein leckeres Rezept), oder einfach Obst und Gemüse essen (aber dann müsste man kauen und Früchte und Gemüse sind ja immer so umständlich verpackt…)

#2. Eis

Ich habe Eis auf dieser Next Organic gegessen, sehr viel Eis.

Ice Cream 21
Ice Cream 21

Zum Beispiel veganes Eis: ICE CREAM21 von David Marx: Sunny Mango (Mango mit Sanddorn), Gran Cru (Schoko mit Ingwer), Black Passion (Cassis mit Passionsfrucht), Red Lemon (Erdbeere mit Limette) und Della Kritz (Lakritz mit Tonkabohne).

21 ICE Cream hat keine Aromastoffe und nicht so süß (für alle, die Eis nur von Langnese kennen, eine Herausforderung, für alle anderen: es wird euch schmecken!).

Ein Eis am Stiel von 21 ICECREAM kostet € 2,70.

Lycka
Lycka

Frozen Yoghurt von LYCKA

Eis essen und Gutes tun. Lycka (schwedisch für „Glück“) ist typisches modernes europäisches Produkt:

Frozen Yoghurt mit Milch aus Schottland mit schwedischem Namen, von einem deutschen Unternehmen.

Lycka gibt es in den Sorten Vanille, Mango, Erdbeere und Zitrone, besteht aus Fruchtpürees und 60% Jogurt, gesüßt mit Agavendicksaft und Bio-Rohrzucker.

Schmeckt leicht und lecker – gibt es bis jetzt leider nur in Supermärkten (Rewe) und Biomärkten im Ruhrgebiet, oder online im Lycka-Shop mit € 3,90 Versandkosten).

Charityfreunde kommen auch auf ihre Kosten: für jeden verkaufte großen Becher (550ml) spendet Lycka 11 Cent und für jeden kleinen Becher (210ml) 6 Cent an die Welthungerhilfe.

Warum das Eis mit Milch aus Schottland in Schottland hergestellt wird, hat offensichtlich Qualitätsgründe (dort gibt es einen Hersteller, der sich auf Frozen Yoghurt spezialisiert hat und entsprechend die Milch aus der Gegend bezieht).

Vielleicht findet sich ja ein Hersteller in Deutschland – das würde die Transportkosten reduzieren – das gesparte Geld könnte man dann auch an die Welthungerhilfe spenden.

#3. Vegan / Raw

Die kulinarische Landkarte in dem Programmheft der Next Organic zeigt es schon: dieser Bereich ist überproportional vertreten und spiegelt so auch den größten kulinarischen Trend in der letzten Zeit wieder.

Es gab das schon erwähnte ausgesprochen tolle vegane Eis 21 ICE CREAM von David Marx, die Traditionsbäckerei Fallersleber Baumkuchen Manufaktur bietet neuerdings „GEILES GEBÄCK“ in Form von veganen Cookies an.

BORIS LAUSER ist schon länger eine Instanz in Sachen Vegan und Raw – bei ihm gab es einen köstlichen (aber seeeehr dichten) rohveganen New York Cheesecake und Nussmilch.

Das „Plantwich“ von TRENKLE (das Plantwich ist einer der Gewinner des Start-up Wettbewerbes der Next Organic.) gab es als „Vurstbrot“ (Tofu – Seitan-Aufschnitt mit Chutney und Mayonnaise), „Vleischsalat“ (veganer Fleischsalat mit Gurkenscheiben, Tomate und Salatblatt) und „Beefless BBQ“ (gegrillte Seitan-Schnitzel in rauchiger BBQ-Sauce).

Das Plantwich ist sozusagen das Clubsandwich 2.0.Gut gewürzt, etwas schwierig zu essen – aber das ist das Schicksal vom Clubsandwich ja auch.

Warum möchte das Vegane eigentlich immer so aussehen und schmecken, wie Fleisch (und auch so heißen – „Vleischsalat)?

#4. Limonaden und Getränke

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Neben hervorragenden Direktsäften, z.B. (Apfel und Apfel-Rote Beete) von SpeiseGut, den WOSTOK Limonaden, die schon fast ein Klassiker sind, gab es „Limö“, „H2Ö“, „BIÖLIMO (Sorten: Cassis/Himbeere, Zitrone/Minze, Schlehe/Hagebutte) und „Schörle“ von MÖLLE TRINKEN, gab es Ice Tea von AI LAIKE (der war mir persönlich irgendwie zu dünn im Geschmack) und Apfelschorle aus Brandenburger Äpfeln von OSTMOST aus Berlin.

#5. Grün

Kale Snacks- DER Knabbertrend – klingt auch hipper als „Grünkohl-Knabberei“.

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Bei RAWLICIOUS gab es gut gewürzte und sehr leckere Kalechips z.B. „Oh so cheesey“ (Grünkohl, Cashews, Zitrone, Pfeffer und Meersalz) oder „Thai Chili Twist“ (Grünkohl, Cashews, Koriander- und Kümmelsamen, Curry und Meersalz).

Außerdem war irgendwie früher weniger Matcha: im Gebäck von „Geiles Gebäck“ (muss man mögen), in Smoothies, natürlich bei PAPER AND TEA und LIEBLINGSTEE (da natürlich mit dem Chasen, dem Bambusbesen) und bei OMBAR war Matcha in der Schokolade.

#6. Jahreszeiten-Milch

De Öko Melkburen
De Öko Melkburen

Weil drei Bauern aus dem Umland von Hamburg mit der Bezahlung durch die Molkereien unzufrieden waren (die Landwirte bekommen pro Liter Rohmilch im Durchschnitt rund 31 Cent), suchten sie sich eine Agentur (Mutter) und vermarkten ihre Milch selber (Brand eins Artikel zu diesem Thema).

Das Ergebnis ist die „Vier Jahreszeiten Milch“, (die immer nach dem schmeckt, was die Kühe in den entsprechenden Jahreszeiten fressen, also immer ein bisschen anders). Sie wollen ihre Milch zu fairen Preisen verkaufen. Ein Liter Milch kostet € 1,49  – und die Milch schmeckt großartig – so wie früher beim meiner Oma auf dem Bauernhof (ihr wisst schon, die Milch, die man milchkannenimKreisschleudernd frisch vom Bauern holte).

Leider gibt es die Milch nur im Hamburger Raum, aber vielleicht macht das Beispiel ja auch in anderen Regionen Schule…

#7. Namen

Bei Ökoprodukten gibt es Namen wie „Würzl“ (Gemüsebrühe) oder „Bio Tomesan streich’s drauf“ (Brotaufstrich) und sie haben eine entsprechende Optik.

Nun gibt es einen Trend, Produkte aus der gar nicht mehr so kleinen Biobereich mit originellen Namen und frischem Design zu versehen: Öko muss nicht wie Öko heißen und auch nicht so aussehen… Es tut sich nämlich (endlich!) was in der Öko-Optik!

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Das Slow Food-Magazin hat sich ein frisches Make-up verpasst, und ist jetzt auch im Zeitschriftenhandel zu bekommen.

Hier ein paar Beispiele für die neue Namenskultur im Biobereich: Freundsaft aus Freiburg, das Plantwich von TRENDLE, die TOFU TUSSIS mit ihrer „Onlinetofurei“ aus Berlin.

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Natürlich ist die Qualität und die Inhaltsstoffe das Wichtigste, aber ein bisschen Design schadet auch nicht und öffnet neue Zielgruppen. Und der Hipster aus Berlin Mitte stellt auch lieber eine Wostok -Limonade oder eine LemonAid auf den Agenturschreibtisch als eine Flasche „BioZisch“ oder eine „BioRhöni“.

#8. Fermentieren

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East meets West: SCHWARZWALD-MISO bietet toll gewürzte vegane fermentierte Würzpasten an. Die Miso besteht aus Sojabohnen, einer Reis-oder Getreideart, Meersalz und Wasser und wird nach traditioneller Methode hergestellt.

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Die BRÜDER GLEICH bieten mit dem REISGURT einen veganen Joghurt auf Reisbasis an (den fand ich persönlich gewöhnungsbedürftig, schmeckt leicht, aber eben auch irgendwie dünn), Reismehl wird Mithilfe von Bakterien fermentiert und es entsteht die joghurtähnliche Struktur, Reisgurt eben. Die Brüder Gleich wurden für ihren Reisgurt mit dem Start-up-Preis der Next Organic ausgezeichnet.

#9. Charity

Konsumieren und damit Gutes tun. LEMONAID ist ja mittlerweile schon ein echter Klassiker in Sachen „Gutes tun“: die Zutaten für die Limonaden kommen aus zertifizierten Kleinbauernkooperationen und Teile des Erlöses gehen in diverse Projekte, bis jetzt kamen so fast € 750.000 zusammen.

Bei VON HAND ZU HAND werden von jedem Liter verkaufter Schorle 10 Cent in karitative Projekte in der Region investiert. Die Früchte für die Schorlen stammen ausschließlich aus dem Alten Land.

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Es gibt eine Wostok-Limonade in der Geschmacksrichtung „Pflaume-Kardamom“ in Kooperation mit der Berliner Tafel, deren Erlös der Berliner Tafel zu Gute kommt. die Anzahl der Flaschen ist auf 29.000 limitiert.

#10. Dips und Pestos

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Bei MÜNCHNER KINDL SENF gab es eine ganze Reihe köstlicher Mayonnaisen, mit dem zauberhaften Namen „Dipponaise“ (den Name erinnert sicherlich nur zufällig an die Dijonnaise von Maille) in den Geschmacksrichtungen Zitrone, Bärlauch, Paprika und Moutarde), außerdem BBQ-Saucen „Dirty Harry“ (Honey Mustard, Hot Curry, Classic Style – und natürlich jede Menge Senfsorten.

Der Lukashof aus Stainz in Österreich stellt  tolle und ungewöhnliche Pestos (Liebstöckel, Mohn-Chili, Rosen, Spinat-Walnuss, Wildkräuter-Bärlauch), Senfe (Marille, Orange-Dill, Wildzwetschke-Chili) Salze (Bratkartoffelsalz, Butterbrotsalz, Chilisalz, Orange-Salbei), Chutneys (Löwenzahnblüten, Streuobst-Apfel, Quitten-Ingwer) in herausragender Qualität her.

Leider gibt es die Produkte vom Lukashof bisher nur im Online-Shop.

Hier gibt es einen schönen kleinen Film über die Messe von Wibke Lange.

Fazit:

Die Next Organic 2015 war voller spannender Produkte, netter Leute und guter Gespräche. Nur die Location finde ich nach wie vor nicht besonders passend für eine Foodmesse. Die Gepäckbänder waren letztes Jahr noch mit Stellwänden verstellt (sehr unschön), dieses Mal wurden sie als Ablagefläche der Aussteller genutzt (auch nicht viel schöner)

Die zeitliche Abfolge der Tastings und geführten Touren und der parallel stattfindenden Konferenz „FEC goes NOB“ (HIER ist die Zusammenfassung der Konferenz) könnte man beim nächsten Mal ein bisschen besser koordinieren, mal begann ein Tasting während eines Panels und mal dauerte ein Tasting so lange, dass man sich gegen ein Panel entscheiden musste. So war man irgendwie immer auf dem Sprung.

Wie wäre es denn mit der Station?

Der Presserundgang war dieses Mal ein bisschen „blutarm“. Es gab leider keinen Bloggerrundgang mit Cathrin Brandes von Tidbits, die uns im letzten Jahr mit einem tollen und informativen Rundgang mit viel Charme, Engagement und Hintergrundwissen zu diversen Herstellern geführt hat.

Dieses Mal gab es einen nüchternen Presserundgang, bei dem wir zu den jeweiligen Ständen geführt wurden, die Hersteller wurden kurz anmoderiert, konnten ein bisschen was erzählen und dann ging es weiter zum nächsten Stand. Hier wäre es toll gewesen, wenn jemand den Rundgang gemacht hätte, der ein bisschen mehr Interesse an gutem Essen und an den Produkten hat – die Hersteller hätten es verdient!

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2 Gedanken zu “10 kulinarische Entdeckungen von der Next Organic Berlin 2015

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