Very very high carb! Das neue Backbuch „Cookies“ von Cynthia Barcomi!

Cynthia Barcomi hat mich mit Berlin versöhnt! In ihrem ersten Laden in der Berliner Bergmannstraße in Kreuzberg, den sie 1994 eröffnete gab es Cookies und Brownies und New York Cheesecake! Endlich! Die Berliner Backlandschaft war „damals“ nämlich eine Brache, Ödnis, Wüste…Fast ein Grund nach Süddeutschland zu ziehen. Es gab eigentlich nur gutes Brot bei „Weichhardt Brot“! Aber Kuchen? Ok, der Kuchen bei Weichardt ist lecker, aber es muss ja auch nicht immer Vollkorn sein. Und dann kam Cynthia… Der New York Cheesecake schmeckte wie im Dean & Delucca, die Cookies waren außen knusprig und innen weich, es gab köstlichen Apple Pie und VERNÜNFTIGEN KAFFEE, denn im Barcomis wurde (und wird immer noch) selber geröstet. Auf der Buchpräsentation vom „Sweet Berlin – die Stadt nascht“ erzählte mir Cynthia unter anderem, dass das Geheimnis beim Backen das Einhalten der Mengen und der Zutaten ist – und dass man ein Rezept erst mal bis zum Ende durchlesen sollte.

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Das ist ja eigentlich nicht so schwer: Zutatenliste lesen, Einkaufen, abwiegen, losbacken…Ist es aber irgend wie doch. Für mich.

Mein erstes Rezept aus dem „Cookies“ entstand spontan im Ferienhaus vom Freunden. Es sollten die „Refrigerator Oaties“ werden. Es wurde eine Kaskade von Backregelbrüchen: Regel No. 1: Rezept bis zum Ende durchlesen

Hab ich nicht gemacht, sonst wäre mir aufgefallen, dass der Teig mindestens 4 Stunden, am besten über Nacht im Kühlschrank verbringen sollte. Regel No. 2: Zutatenliste einhalten, keine Zutat durch eine andere ersetzen

Die Speisekammer war für ein Ferienhaus gut bestückt – aber Muskovadozucker gab es dort verständlicherweise nicht, außerdem kein Natron, Butter  – nur gesalzene, keine Vollkornhaferflocken, aber ein Früchtemüsli. Regel No. 3: Planung statt Spontanität

Bei mir: Spontanität statt Planung –  das Müsli wurde von den groben Fruchtstücken (Banane, Mango, Rosinen) befreit, alle anderen Zutaten kamen in die Teig. Die gesalzene Butter ersetzte die ungesalzene und quasi den halben Teelöffel Salz (natürlich nur geschätzt), statt Muskovadozucker, wie im Rezept angegeben, nahm ich weißen Zucker…Natron wurde durch Backpulver ersetzt  (1 TL Natron=2 TL Backpulver). Et voilà:  meine „Kind-of-Refrigerator-Oaties“ hatten nur am Rand etwas mit den Refigerator Oatieszu tun – aber sie waren aber trotzdem köstlich! Da zeigt sich die Qualität der Rezepte – man kann sie einfach nicht richtig vergeigen. Man hat bei der Veränderung des Rezeptes eben im Zweifel keinen hervorragenden Cookie, sondern einen, „der nur ganz ok schmeckt“.

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Über das Buch: Das Backbuch beginnt mit einer kleinen Einführung ins Backen (also genau mein Thema!): „Mein Weg zum Backerfolg“: nützliche Küchenhelfer werden vorgestellt, Tipps zum Backen, außerdem ein paar nützliche Worte zur Ofentemperatur, zur Größe der Cookies und hilfreiche Regeln zur Aufbewahrung von Cookies:

  1. Cookies müssen vollständig abgekühlt sein, bevor sie verpackt werden.
  2. Sie müssen in luftduchte Behälter gepackt werden, sonst verlieren sie ihr Aroma.
  3. Es gibt zwei Arten von Cookies: weiche und knusprige. Diese beiden Arten niemals zusammen aufbewahren.
  4. Zu weichen Cookies ein Stück rohen Apfel legen- dann bleibt das Gebäck weich und saftig.
  5. Cookies werden wieder knusprig, wenn man sie im Backofen bei 150 Grad fünf Minuten aufbackt.

Der Aufbau:

Das Backbuch ist in acht Kapitel aufgeteilt:

  1. Free Form and Drop Cookies – die Schnellen
  2. Coffee and Tea Cookies
  3. Refrigerator Cookies
  4. Gluten Free
  5. Bar Cookies – Cookie-Schnitten
  6. X-mas Cookies
  7. Savory Cookies – herzhafte Cookies
  8. International Cookies

Neben den „Kind of Refrigerator Oaties“, habe ich das eine oder andere Blech Katzenzungen gebacken.

Die waren großartig, schnell gemacht, und es gibt wenig Gründe, die fertig zu kaufen. Außen knusprig, innen noch weich. Ein Traum! Beim Backen aufpassen, sie müssen sofort aus dem Ofen, wenn der Rand braun wird. Dann sind sie perfekt! Man kann sie statt Eiswaffel nehmen, oder mit Schokolade oder Karamelconfitüre bestreichen und kleine Sandwiches daraus machen, oder sie einfach zum Tee oder Kaffee genießen, mit Clotted Cream und Marmelade  – oder einfach eintunken! Foto

Die ‚Cat’s Togues‘ schmecken tatsächlich frisch aus dem Ofen am allerbesten, nach einem Tag in der luftdichten Glasdose wurden sie nämlich ein wenig weich – und das Knusprige fehlte, auch das Aufbacken nützte nicht so viel.

Die Almond and Coconut Macroones sind ebenfalls empfehlenswert  – und eine köstliche Art, Eiweiß zu verarbeiten (Eiweiß kann man übrigens auch einfrieren), da bei Rezepten übrig bleibt, bei denen nur das Eigelb benötigt wird).

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Die kleinen Makronen werden übrigens nicht mit Zucker, sondern mit Ahornsirup  gemacht – und sind dadurch irgendwie besonders fein.

Die Pecan Puffs (Cookies mit Pecannüssen) sind feine auf der Zunge zergehende kleine Cookies ohne Ei.

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Ich habe auch ein Blech ganz kleine Cookies gebacken – so groß wie Amarettini – sie machten sich gut an der Espressotasse…Beim Backen aufpassen- der Grad zwischen „noch nicht ganz fertig“ und „zu braun“ – ist seeeeehr schmal.

Schließlich gab es in meiner Cookie-Line-up noch 2 Bleche Coconnut Oatmeal Biggies with Chuncks of Chocolate: herrlich weiche und aromatische kleine Dinger, die nach einer Woche auch noch saftig und köstlich schmecken.

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Bei einigen Rezepten ist vermerkt, wie lange sich die Cookies halten – in der Regel bis zu 2 Wochen. Tatsächlich finde ich, dass das für die weichen Cookies zu trifft, aber die knusprigen Cookies leiden ein wenig unter der Lagerzeit – und beim Aufbacken im Ofen muss man aufpassen und die Cookies nicht aus den Augen lassen…

Hier noch die Rezepte der Refrigerator Oaties und der Pecan Puffs:

Pecan Puffs – Cookies mit Pekannüssen

Für etwa 18 kleine feine Cookies:

  • 140 gr. Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 75 gr. Pekannüsse (oder Walnüsse)
  • 125 gr.  weiche Butter
  • 3 EL Muscovado-Butter
  • 1 TL Vanilleextrakt
  1. Ofen auf 165 Grad (Umluft oder Unterhitze) vorheizen. Backblech(e) mit Backpapier auslegen.
  2. Mehl und Salz in einer Schüssel vermengen. Die Nüsse grob hacken oder mit den Händen in kleinere Stücke brechen.
  3. Mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer die weiche Butter mit dem Zucker cremig schlagen, Vanilleextrakt hinzugeben. Nach und nach das Mehl, dann die Nüsse unterrühren, bis alle Zutaten grob vermengt sind.
  4. Mit einem Teelöffel oder mit den Händen kleine Kugeln aus dem Teig formen und auf das vorbereitete Backblech legen. Zügig und vorsichtig arbeiten, um den Teig nicht zu stark zu zerkneten. Die Kugeln mit den Händen etwas flach drücken.
  5. Cookies in etwa 15 min goldbraun backen. Auf dem Backblech 10 min abkühlen lassen, dann vorsichtig auf ein Kuchengitter legen.

In einem luftdichten Behälter halten sich diese Cookies bis zu 2 Wochen.

Refrigerator Oaties – Haferflocken-Cookies

Zutaten für ca. 35 Cookies:

  • 105 Gr. Mehl
  • 150 gr. Vollkornhaferflocken
  • 1/2 Tl Salz
  • 1/2 TL Natron
  • fein abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
  • 125 gr. weiche Butter
  • 75 gr. Zucker
  • 60 gr. Muscovado-Zucker
  • 1 Ei
  1. In einer großen Schüssel Mehl, Haferflocken, Salz und Natron vermengen. Die Zitronenschale zugeben und beiseite stellen.
  2. Mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer die Butter mit den beiden Zuckersorten cremig schlagen, das Ei zugeben und ca. 1 Minute weiter schlagen.
  3.   Nach und nach die Mehl Natron-Mischung zugeben und nur solange weiter rühren, bis alles gut vermengt ist. Übertreiben Sie es nicht. Der Teig könnte etwas weich sein, das ist richtig so.
  4. Den Teig auf ein großes Stock Backpapier oder Frischhaltefolie legen, zu einer Rolle von 5 mm Durchmesser formen und gut einwickeln (die Enden gut bedecken). Mindestens 4 Stunden, besser noch über Nacht, kalt stellen.
  5. Ofen auf 180 Grad Celsius (Umluft oder Unterhitze) vorheizen. Backblech(e) mit Backpapier auslegen. Mit einem sehr scharfen Messer 5mm breite Scheiben von der Rolle abschneiden.
  6. Die Cookies auf das Backblech legen und etw 10 min backen.
  7. Auf dem Backblech 10 Minuten abkühlen lassen, dann vorsichtig auf ein Kuchengitter legen.

In einem luftdichten Behälter halten sich diese Cookies bis zu 2 Wochen.

Fazit:

Ein tolles Kitchentablebook – auch für Anfänger –  mit schönen stimmungsvollen Bildern von Dennis Williamson und Maria Smend (Food-Fotos), zu jedem Cookie gibt es eine kleine einleitende Geschichte, manchmal auch was Autobiografisches. Die Rezepte sind gut beschrieben und idiotensicher (man muss sich eben nur dran halten).

By the way: Cynthia hat heute Geburtstag: HAPPY BIRTHDAY, CYNTHIA!

Cynthia Barcomi I Cookies I Mosaik-Verlag I 160 Seiten I Über das Buch:€ 17,99

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Dieses Buch wurde mir vom Mosaik-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!

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