Die Neue Trinkkultur, oder: mein Leben mit Foodie-Tamagotchis

Buch, Buch, Baby! Es gibt da diese Momente, die sind einfach gut! Zum Beispiel der Moment, wenn man sein erstes Buch zum ersten Mal in der Hand hält!

Trinken, spucken und schlucken – ein bisschen kochen und wieder probieren. Aufschreiben, Schreibblockaden überwinden (mit Schokolade), Müdigkeit überwinden (mit grünem Tee), wenn mal nicht jeder Satz ein Knaller ist: liegen lassen, auch wenn der Lektor drängelt.

Ein Buch zu schreiben, ist ein bisschen was anderes, als einen Blogpost zu schreiben. Beim Blog hat man Zeit (nämlich die Zeit, die man sich selber gibt). Gut organisierte Blogger haben einen Blogplan, gerne über Wochen im voraus (hab ich nicht), sie schreiben mehrere Blogposts  vorab und klicken dann einfach lässig auf „Veröffentlichen“ (schaffe ich nicht).

Beim Buch hat mir mein Verlag inhaltlich komplett freie Hand gelassen – und das war sehr großartig (und ist auch sicher nicht die Regel). Aber ich musste mich eben an Fristen halten. Da stehen Blogger ja nicht so drauf! Selbstbestimmt und so!

Und da ich nicht nur für mich geschrieben habe, wartete Andreas Töpfer, Grafiker und Illustrator, also auf meine Texte. Es gibt im Buch nämlich keine Fotos, sondern nur Illustrationen, denn jeder hat ja schon mal ein Bild von einem Glas Milch gesehen, oder weiß wie eine Tasse Tee ungefähr aussieht. Also hat Andreas Töpfer, sehr viel gezeichnet. Großartige Zeichnungen. Viele davon! Sehr viele!

Zum Beispiel: eine Bäuerin beim Melken für das Milchkapitel.

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Kuh ©Andreas Töpfer

 

 

Oder Gläser. Viele Gläser. Mit Pfefferminze, mit Eiswürfeln.

Buchcover_Trinkkultur_Credit: Stephan Klonk
Fotocredit: Stephan Klonk

 

Wasserkefir.

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Wasserkefir ©Andreas Töpfer

Oder eine Zeichnung mit den Blättern des Teestrauches – um die Blättervarianten vom Tee zu beschreiben, die für die einzelnen Tees verwendet werden.

Teestrauch
©Andreas Töpfer

Dazu brauchte er eben „Stoff“. Also Texte. Bald. ASAP. Robert Schumann von der Berliner Agentur Buchgut hat dazu zusammen mit Andreas das tolles Konzept erstellt. Zwei Farben. Lila! Viel Lila! Schlichte Gestaltung. Zeichnungen.

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Wenn es mal nicht lief, mit dem Schreiben, dann war ich in der Küche und probierte. Mischte. Verwarf. Johannisbeersaft mit Apfelsaft und püriertem Spinat – tolle aromatische Mischung, passt gut zu frischen Sommersalaten mit Steak oder Ofengemüse – sieht aber leider aus wie das Tuschwasser meiner Kinder. Am Ende der Tuschzeit. Das könnte man dann allenfalls noch in einem dunklen Glas anbieten, wie bei den Blindverkostungen von Weinen.

Oder: einer meiner Kombucha-Pilze ist dahingegangen, weil er die ätherischen Öle des Lavendels nicht mochte, Teile der Wasserkefirkultur benahm sich auch komisch, weil sie lange nicht versorgt wurden. Mein Mann beklagte, dass der Kühlschrank mit diversen Gläsern, Flaschen und anderen Behältern verstopft war…vom Zustand der Speisekammer ganz zu schweigen. Überall standen und stehen Foodie-Tamagotchis: Sauerteig, Miso (wer Miso mal selber machen möchte – ich habe hier was drüber geschrieben und hier bekommt man die wichtigste Zutat – Koji), Kombucha, Quitten in Honig für Mogwa Cha (die müssen regelmäßig geschüttelt werden, damit kein Schimmel ansetzt), einige Rote Bete lagen in ihrer Beize aus Zucker und Meersalz und trockneten vor sich hin, allerdings bildete sich am Boden eine ungute Flüssigkeit…

Und dann war da noch mein lieber Lektor Max, der immer freundlich im Ton aber hart in der Sache war „Liebe Nicole, wann kommt der nächste Text“? Sag mir Quando, sag mir wann…

Aber jetzt isses ja da. Und es ist wie mit einem Baby, man muss sich drum kümmern, wenn es auf der Welt ist.  Es gibt einen Blog zum Buch, der will gefüllt werden. Ich nehme das Buch (fast) überall mit hin, ich spreche mit (fast) jedem darüber – auch mit denen, die es nicht wissen wollen und auch mit autochthonen Weintrinkern, die nur Wein als Speisebegleiter gelten lassen: „Getränke ohne Alkohol zum Essen? Braucht kein Mensch“. Mit denen trinke ich dann gerne ein Glas Wein. Oder auch mehrere. Denn: die Getränke-Welt ist bunt!

Aber: OHNE ist das neue MIT!

CHEERS!

Mehr Infos über das Buch sowie Restaurantbesuche mit alkoholfreiem Pairing oder Pairing-tipps finden sich hier auf dem Blog zum Buch.

Mehr Infos außerdem auf der Facebookseite hier.

Die nächsten Veranstaltungen mit Verkostungen: am 06. 04. und 07. 04.  in Berlin.

Westend Verlag, € 26 , 272 Seiten

P.S. Wer das Buch gerne lesen möchte, kann es hier beim Westend Verlag bestellen. Oder beim Buchhändler seines Vertrauens erwerben. Manchmal braucht man aber ein bisschen Fantasie…

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2 Gedanken zu “Die Neue Trinkkultur, oder: mein Leben mit Foodie-Tamagotchis

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