INITIATIVE ZEIGEN: Blogger für Flüchtlinge #bloggerfuerfluechtlinge

Ja, dies ist ein FoodBlog, und: ja, ich schreibe heute (und das sicherlich nicht zum letzten Mal) über die Flüchtlinge in Deutschland, konkret in Berlin-Wilmersdorf.

Das Thema „Flüchtlinge“ ist nicht sexy, kein Thema für lockeren unverbindlichen Smalltalk, es sorgt SOFORT für kontroverse Meinungen.
Artikel über Flüchtlinge lassen keinen kalt.
Die Reaktionen reichen von Anteilnahme bis zu Desinteresse, von sofortiger Hilfsbereitschaft bis zu  radikaler Ablehnung (und Schlimmerem).

Es ist wichtig, dass sich unsere Gesellschaft dieser neuen Herausforderung stellt – 800.000 Flüchtlinge – da kann man nicht einfach weggucken und weiter machen, wie bisher.

In diesen Tagen fühlt es sich nicht gut an, auf meinem Blog das nächste Kochbuch zu besprechen oder über ein neues Restaurant in Berlin-Wilmersdorf zu schreiben, wenn quasi nebenan über 500 Menschen im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf auf engstem Raum unter nicht besonders angenehmen Bedingungen leben!
Und so wird dieser Blogpost eine kleine Anleitung zum Helfen:
denn jeder kann helfen, wenn er möchte!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu helfen:

1. Finanzielles Engagement

Interessanterweise gibt es nach Umweltkatastrophen sofort ein Sonderkonto vom Roten Kreuz oder anderen Organisationen, das in allen Medien kommuniziert wird.Bei dem Flüchtlingsthema – irgendwie nicht…oder habe ich das was übersehen?

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist vor Ort in Wilmersdorf der Betreiber der Erstaufnahme – ist sehr engagiert und hat auch ein Spendenkonto eingerichtet:
Stichwort “Notunterkunft Wilmersdorf”
Spendenkonto:
IBAN: DE22 1002 0500 0001 1560 01

BIC: BFSWDE33BER

Den Bloggern Paul Huizing, Stevan Paul, Karla Paul und Nico Lummer ist es zu verdanken, dass die Initiative Blogger für Flüchtlinge, Menschen für Menschen #bloggerfuerfluechtlinge ins Leben gerufen wurde.

Blogger sind aufgerufen auf ihren Blogs über das Thema „Flüchtlinge“ zu schreiben, jeder auf seine Art!

Stevan Paul hat auf seinem Foodblog Nutriculinary einen tollen Aufruf vorgelegt, viele weitere Blogger folgen.Auf betterplace.org wurden von Paul Huizing in kürzester Zeit schon über 8.000 gesammelt- wer sich hier finanziell engagieren möchte- immer gerne!

2. Engagement vor Ort

Geld ist wichtig und es fehlt an allen Ecken und Enden, aber Freiwillige, die vor Ort helfen, sind eben so wichtig!

In vielen Städten gibt es Erstaufnahmelager für Flüchtlinge- wer sich hier engagieren möchte- nur zu!

Ich kann jetzt hier nur für das ehemalige Rathaus in Berlin-Wilmersdorf sprechen, aber im Netz findet man mit nur wenigen Klicks die entsprechenden Hilfeseiten, auf Facebook gibt es Initiativen und Gruppen, die sich für die Flüchtlinge engagieren!

„Wilmersdorfhilft“ heißt die Initiative für die Flüchtlinge im ehemaligen Rathaus, die inzwischen über 1800 Mitglieder hat.
Yasmine Sarah Boumahdi ist eine der Initiatoren der Gruppe und arbeitet -gefühlt- Tag und Nacht, um den Flüchtlingen den Aufenthalt ein bisschen menschenwürdiger zu gestalten…
Ich bin voller Hochachtung für sie und ihre Leistung!!!

Einfach bei Facebook in der Gruppe „Wilmersdorfhilft“ anmelden. Dort gibt es eine Bedarfsliste, die ständig aktualisiert wird.

Wie kann man vor Ort helfen?

a. Sach- oder Geldspenden

Geld wird natürlich immer benötigt!Aber auch Kleidung, BVG-Karten, Mobiltelefone, Guthabenkarten für Lebara-SIM-Karten, Schach- und Backgammonspiele, Stricknadeln und Wolle, Kinderspielzeug, Bilderbücher, Lego…

Wer etwas spenden möchte: die Spendenannahmestelle (in der Toreinfahrt des Rathauses in der Brienner Str. 16) ist täglich von 9-17 Uhr geöffnet.

Am Wochenende mussten leider viele Menschen mit Spenden abgewiesen werden, weil die Annahmestelle so voll war, dass wir mit dem Sortieren nicht mehr hinterherkamen. Das hat möglicherweise einige verärgert – aber es gab einfach keine andere Möglichkeit mehr!
Bei der Spende gibt es das eine oder andere zu beachten- ein sehr hilfreicher Artikel über „do’s and dont’s“ findet sich hier.

Wer sich aktiv ehrenamtlich engagieren möchte, registriert sich am besten hier beim Volunteer-Planner.

b. Dolmetschen

die meisten der Flüchtlinge sprechen  arabisch- Menschen, die arabisch sprechen und als Dolmetscher fungieren können, sind daher sehr gesucht.

c. Medizinische Hilfe 

Ehrenamtliche Ärzte und Krankenpfleger und Krankenschwestern werden händeringend gesucht!

d. Betreuung im Spielzimmer der Kinder

Wer arabisch kann, ist hier natürlich besonders gesucht, aber auch nonverbal kann man eine große Hilfe sein. Die Kinder freuen sich über das Spielzeug, Bücher (ohne Text), Puzzle, Autos etc. und genießen es sichtlich, hier sein zu können! Freundliche Menschen mit einem Lächeln sind hier willkommen!

e. Sortieren in der Kleiderannahmestelle

Ein wichtiger Job: hier kommen die
Spenden an- Tüten, Koffer, Taschen, Körbe müssen gesichtet werden, sortiert, leider muss auch das eine oder andere weggeworfen werden, weil einige Menschen anscheinend ihren Keller entrümpeln.
Negative Highlights am Wochenende waren: verdreckte Kleidung (es gibt keine Waschmaschinen vor Ort), Kleidung mit Mottenlöchern, kaputte Kleidung, Spielsachen, die defekt waren (Autos ohne Räder, Babies ohne Kopf oder

Beine).

Aber das sind Ausnahmen!

Viele Kleiderspenden sind sogar nach Größen und Geschlecht sortiert- dann geht alles viel schneller!

f. Kleiderausgabe

Die Flüchtlinge können sich zu festen Zeiten in der Kleiderausgabe etwas aussuchen (jeder hat nur 5 min. Zeit und darf nur alle 2 Tage vorbei kommen).

g. Essensausgabe

Hier muss man bestimmte Bedingungen erfüllen- Details hierzu finden sich auch auf der Bedarfsliste.

h. Springer

Mädchen für alles: sortieren, Kleidung in die Kleiderausgabe bringen, Fahrdienste übernehmen, Einkäufe erledigen….

i. Musiker und Künstler

Die Tage sind monoton in der Notunterkunft. Wer singen kann, ein Instrument spielen, jonglieren oder andere tolle Dinge kann, um den Tag kurzweiliger zu gestalten: welcome!!!

Und sonst:

Es gibt Sänger, die spielen in Fußgängerzonen und spenden den Erlös den Flüchtlingen.

Man kann auf den Flohmarkt gehen

und den Erlös spenden.

Ihr habt Kinder? Dann habt ihr auch zuviel Spielsachen, oder Dinge, mit denen nicht mehr gespielt werden!

Mein dreijähriger Sohn hat sich für die Kinder sogar von einigen Autos und Plüschtiere getrennt, die haben wir dann gemeinsam in die Spendenannahme gebracht. Auch kleine Kinder verstehen da schon mehr als man denkt!

Es gibt so viele Möglichkeiten!

SEID KREATIV!

P.S. Den Schreihälsen, die ausländerfeindliche Parolen verbreiten,  möchte ich hier kein Forum bieten- daher hier nur der sehr lesenswerte Artige „Seid endlich still“ von Stefan Berg auf Spiegel online zu dem Thema.
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